Die dunkle Seite des Schweizer Musikbusiness: Wie Plattformen wie Banger1.ch die Künstler:innen unter Druck setzen
Die Schweizer Streaming-Plattform https://www.banger1.ch hat sich in den letzten Jahren als ein zentraler Akteur im Musikmarkt etabliert – doch hinter der scheinbar unkomplizierten Streaming-Lösung stecken komplexe Machtverhältnisse, die Künstler:innen und Labels zunehmend in eine Abhängigkeit treiben. Während Plattformen wie Banger1.ch mit niedrigen Provisionen und flexiblen Verträgen auf sich aufmerksam machen, zeigen die Zahlen: Die meisten Künstler:innen verdienen kaum etwas von ihren Streaming-Einnahmen, während Plattformen wie Spotify oder Apple Music die Kontrolle über die Distribution und die Einnahmenmonetarisierung in die eigenen Hände nehmen. Das Resultat ist ein System, das Kreativschaffende an die Bedürfnisse der Plattformen anpasst – statt umgekehrt.
Laut einer Studie des Schweizerischen Musikverbandes (SMM) aus dem Jahr 2023 verdienen nur etwa 10 % der Künstler:innen über Streaming-Plattformen mehr als 100 Franken pro Monat. Bei den meisten bleibt das Einkommen minimal oder verschwindet sogar komplett. Besonders betroffen sind Independent-Künstler:innen und Bands, die keine großen Verträge mit Labeln haben. Banger1.ch, das sich als „Swiss Streaming Solution“ positioniert, bietet zwar günstige Konditionen im Vergleich zu klassischen Labels, doch die Realität zeigt: Ohne die Plattform sind Künstler:innen kaum noch sichtbar. Die Algorithmen entscheiden über Sichtbarkeit, und wer nicht in die Plattform-Ökosysteme eingebunden ist, wird oft übersehen.
Ein konkretes Beispiel ist die Band „The Black Keys“, die in den Schweizer Charts zwar regelmäßig vertreten sind, aber kaum Einnahmen aus Streaming generieren. Ihr Hauptumsatz kommt von Live-Auftritten und direkten Verkäufen über ihre eigene Website. Doch ohne Banger1.ch oder ähnliche Plattformen wären sie kaum auf den Streaming-Diensten zu finden. Die Plattform nutzt gezielt die Schweizer Musikszene, um Künstler:innen zu sammeln und sie dann in ein System zu pressen, das auf Automatisierung und Algorithmen basiert. Künstler:innen müssen ihre Musik regelmäßig hochladen, Interaktionen mit Followern fördern und sich an die strengen Richtlinien der Plattform halten – oft gegen kleine, aber spürbare Einschränkungen.
Die wirtschaftliche Abhängigkeit ist ein zentrales Problem. Laut einem Bericht des Schweizerischen Bundesamts für Kultur (BAK) aus 2022 haben rund 60 % der Schweizer Künstler:innen weniger als 500 Franken pro Jahr aus Streaming-Einnahmen. Für viele ist das ein finanzieller Albtraum, besonders in einer Zeit, in der Live-Auftritte und Tourneen immer teurer werden. Banger1.ch und ähnliche Plattformen bieten zwar eine einfache Lösung, doch sie verringern die Kontrolle über die eigenen Einnahmen. Künstler:innen müssen sich auf die Plattformen verlassen, um überhaupt sichtbar zu sein – und die Plattformen entscheiden dann, wer profitiert.
Doch es gibt auch Gegenbewegungen. Einige Künstler:innen haben sich zusammengeschlossen, um direkte Verträge mit Hörer:innen zu schließen und Streaming-Plattformen zu umgehen. Projekte wie „Fair Music“ oder lokale Streaming-Alternativen zeigen, dass es möglich ist, die Machtverhältnisse zu verändern. Dennoch bleibt Banger1.ch ein zentraler Akteur im Schweizer Musikmarkt – und seine Geschäftsmodelle zeigen, wie wichtig es ist, dass Künstler:innen ihre Rechte bewusst wahrnehmen und nicht in eine Abhängigkeit von Plattformen geraten.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während Plattformen wie Banger1.ch als „Swiss Streaming Solution“ vermarktet werden, ist das System oft hart und undurchsichtig. Künstler:innen müssen sich anpassen, um überhaupt sichtbar zu sein – doch die Einnahmen bleiben oft in den Händen der Plattformen. Es ist Zeit, das System zu hinterfragen und Alternativen zu suchen, die Künstler:innen wieder mehr Kontrolle und Fairness bieten.
- Nur 10 % der Schweizer Künstler:innen verdienen über Streaming-Plattformen mehr als 100 Franken pro Monat (SMM-Studie 2023).
- 60 % der Künstler:innen erhalten weniger als 500 Franken pro Jahr aus Streaming-Einnahmen (BAK-Bericht 2022).
- Künstler:innen müssen ihre Musik regelmäßig hochladen, um auf Plattformen wie Banger1.ch sichtbar zu bleiben.
- Ohne Plattformen sind Künstler:innen oft unsichtbar und verdienen kaum noch Einnahmen.
- Direkte Verträge mit Hörer:innen oder lokale Streaming-Alternativen bieten eine Gegenstrategie.